Vor einigen Wochen bin ich auf die Ausschreibung des Lyrikpreis München zum Thema „Dürers Melencolia I und die Gravur der Gegenwart“ http://lyrikpreis-muenchen.com/ gestoßen. Was ich sehr daran mag, ist dieses museale Emporhalten alter Werke und dessen Gewahrwerden. Seither taucht der Stich immer wieder auf, piekst sich in meine ganz anders geartete Gegenwart und fordert mehr, […]
Schlagwort: Poesie
Sternenstaub, der denkt
Ich bin ein Funke Sternenlicht, der denkend durch das Dunkel bricht. Kein Geist bleibt frei, der starr verharrt, Dialektik hält den Geist in Fahrt. Verstehen heißt, zum Grund zu dringen, und schwer um jede Antwort ringen. Ich irre lieber messerscharf, als dass ich blind nur glauben darf. Ich trau dem Wort nicht, das nur zwingt, […]
Nachtruhe
Die Feder ruht in meiner Hand, das letzte Wort steht still, dahinter nichts mehr, was noch werden will. Der Fokus löst sich aus dem Blick, die Schärfe wird zu Rauch, was eben noch mein Alles war, ist nur noch Aschestaub. Ich kenne diesen dunklen Raum, in dem nichts mehr werden kann, nur Stille nach dem […]
Der Vogel
huscht unerkannt hin und her, fliegt krakelnd kreuz und quer, gewahr, ich bin da hinterher, da war er weg. Der Vogel.
Wesen der Zeit
Ich führe die Feder in der Zeit, Gänsehaut, wo meine Feder dich streift. Ich folge dem Schatten auf deiner Haut, Wesen der Zeit, aus Sterblichkeit gebaut. Ich flüstere zu deiner Muskelkraft, Wesen im Raum, wir verschmelzen in der Nacht. Die Worte kehren in mir zurück, schillernde Poesie, die schwärmt, dass du jetzt bist. So schreibt […]
Nichts, zum Lesen
Das Nichts ist ungewöhnlich, denn Nichts ist gerecht. Nichts ist still, Nichts ist klar, Nichts ist wahr. Nichts ist beständig, Nichts ist nah, Nichts ist unendlich, Nichts ist einfach da. Nichts ist frei, Nichts ist verlässlich, Nichts ist vollkommen, Nichts ist sicher. Manchmal ist mir Nichts lieber als gar nichts. Ich hoffe von Herzen, es […]
Die Verführung des Narziss
Die Ruhe kehrt ein, jene begehrte, die Gedankenstürme entfacht im aufbrausenden Abwägen der Frage nach dem Einvernehmen befremdlicher, so zartfühliger Nähe. Betrachtend der wenigen feinsten Traumfäden klettere ich an ihnen entlang, einer Spinne gleich, jedes Timbre abwartend, jeden unserer Gedanken abwägend, meine Ziele verschleiernd, deine Träume umwebend, meine Vorsätze nachziehend, nach deiner Aufmerksamkeit strebend. Mögen […]
Extasieren
Was ist es, das mich immer wieder zu sich wiederholenden Handlungen führt, was mich so nah dabei berührt, mich verführt, mich bindet und meine Zeit verliert? Einige nennen es Sucht, Hingabe, Begehren, Freizeit, Aufgabe, Berufung, andere machen es einfach. Ich glaube ja, es ist die erblühende Intensität eines verlorenen Augenblicks, die sich mit der Handlung […]
Kaffeeliebhaber
Kaffeeliebhaber – wie es war