Worte sind für sich nichts, sie gleichen für sich verloren gegangenen Hieroglyphen, sie haben keinen Sinn bestimmende Wirkung für sich, erkennen sich nicht, sind nichts, leeres Ding, totes Beiwerk, in einem unbekannten Prozess geformtes etwas, Steinen gleich sind sie da und doch ohne jede Wertung. Für sich als Begriff, entbehrt sich jedes Wort, als solches ist es für sich nicht zu erkennen.
Sanftes raunendes Flüstern, da ein Wort, das dein Ohr umspielt. Schwarz getränktes Papier, da ein Wort, vor den Spiegel deiner Augen geführt. Aufgeweckter Geist, da ein Wort, durchströmend deines Wesens. Nimmst du es an? Nur ein Wort…
Und dein Geist öffnet die Tore und du Siehst, du Hörst, du Erkennst und aus einem unendlichen Ozean der Alles ist, nimmst du, selektierst du, wählst du, bestimmst du, lebst du ein einziges Wort. Das eine Wort in aller Hingabe, in aller Leidenschaft, und es dringt in dich ein, erfüllt dich, entfaltet sich in Dir, verknüpft sich mit deinem Empfinden, deinen Erfahrungen, deinem Verstand, deinen Definitionen.
Es erblüht zum Leben, nicht der Begriff, nicht das Wort an sich, sondern du. In deiner unbändigen Phantasie wird aus dem Wort erst die Blüte die du so liebend geniest. Und in tieferer Hingabe, durch dein Vermögen erweckt, wird die Blüte zum Blumenmeer, dass sich zu deinen Füssen ergibt, daraus die Weiten deiner Welt die du sogleich erhaben durchfliegst.
Du gibst den Sinn, gibst die Bedeutung, gibst das Leben, gibst die Empfindung, gibst die Hingabe, gibst die Liebe, du dir, in dir.
Und für einen Moment bist du ganz und gar lebendiges Wort.
Levion
Beitrag vertont